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Hack #8 – Brainwriting

Beim klassischen Brainstorming bestimmen häufig die schnellsten und lautesten Personen im Raum, welche Ideen gehört werden. Während eine Person spricht, können die anderen ihre Gedanken nicht gleichzeitig einbringen. Zudem beeinflussen die ersten Wortmeldungen unbewusst die Richtung der gesamten Diskussion. Beim Brainwriting entwickelt dagegen jedes Teammitglied seine Gedanken zunächst schriftlich. Dabei muss niemand um Redezeit kämpfen, ungewöhnliche Ideen werden weniger schnell aussortiert und auch zurückhaltende Teammitglieder erhalten den gleichen Raum.
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Brainwriting: Der stille Ideen-Booster

So funktioniert der Hack
Die Führungskraft formuliert eine konkrete Frage, beispielsweise: „Wie könnten wir die Bearbeitungszeit von Kundenanfragen halbieren?“ Anschliessend schreiben alle fünf Minuten lang still ihre Ideen auf – pro Gedanke eine Notiz. Danach werden die Beiträge entweder gleichzeitig sichtbar gemacht oder sie werden im Team weitergegeben: Die nächste Person ergänzt, kombiniert oder entwickelt die Idee weiter. Am Ende werden die Ergebnisse gemeinsam betrachtet, gruppiert und bewertet.
Brainstorm Meeting Consulting

Worauf Führungskräfte achten sollten

Bewertung und Ideenentwicklung trennen
Ideenentwicklung und Bewertung sollten im Brainwriting konsequent voneinander getrennt werden. Denn sobald Ideen kommentiert, verteidigt oder vorschnell auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden, wechselt das Team vom kreativen in den kritischen Denkmodus. Besonders stark wirkt dabei das Verhalten der Führungskraft: Präsentiert sie ihre eigenen Vorschläge zuerst oder bewertet einzelne Beiträge bereits während der Sammlung, setzt sie unbewusst einen Orientierungsrahmen. Andere Ideen werden dann möglicherweise angepasst, abgeschwächt oder gar nicht erst eingebracht. Deshalb gilt: zunächst unabhängig denken und schreiben, anschliessend die Gedanken der anderen aufnehmen und weiterentwickeln – und erst danach gemeinsam bewerten und entscheiden.
Workshop
Ergebnisse weiterverfolgen
Der grösste Fehler ist Ideenproduktion ohne Konsequenz. Wenn während eines Brainwritings 60 Notizen entstehen, diese anschliessend aber in einer Schublade oder auf einem digitalen Whiteboard verschwinden, verliert die Methode schnell an Glaubwürdigkeit. Die Teilnehmenden lernen, dass ihr Beitrag zwar erwünscht ist, letztlich aber keine Wirkung entfaltet. Dadurch sinkt die Bereitschaft, sich bei der nächsten Runde erneut engagiert einzubringen. Deshalb sollte bereits vor dem Brainwriting festgelegt werden, wie viele Ideen ausgewählt und weiterverfolgt werden. Jede Runde endet mit konkreten Ergebnissen: Welche Ideen werden geprüft? Was ist der nächste Schritt? Wer übernimmt die Verantwortung – und bis wann liegt ein erstes Ergebnis oder Experiment vor?
CAS Leadership